Zur Geschichte

Aus Dank, im Dreißigjährigen Krieg von der Pest verschont geblieben zu sein, wurde die Kapelle auf freiem Feld 1639 in einem nachgotischen Stil gestaltet. Sie wurde 1671 durch den Weihbischof Johann Caspar von Freising der Gottesmutter Maria geweiht, daher Liebfrauenkapelle. Nach Auflösung des Friedhofs um die Laurentiuskirche 1807 wurde sie zur Friedhofskapelle mit Ummauerung.

Die Pestkapelle Mariä Namen

Der frühbarocke kleine Altar hat noch Anklänge an den gotischen Flügelalter durch einen dreipassförmigen überdeckten Mittelschrein und die außerhalb der Säulenstellungen auf Seitenkonsolen stehenden Heiligenfiguren, wo beim Flügelalter die Flügel befestigt waren. In der Mitte die stehende Muttergottes mit dem Jesuskind, flankiert von den beiden Patronen in Krankheitsfällen, St. Sebastian (mit Pfeil) bei Menschen und St. Leonhard bei Tieren (hält in der rechten Hand eine Kette. Diese steht für Befreiung von Gefangenen und Schutz von Kettenvieh).
Rechts außen steht möglicherweise ein St. Florian und links außen der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria (1671) als Stifter und Landesherr. Die bayerischen Kurfürsten trugen Krone, Hermelinmantel, Rüstung und Reichsapfel.
Durch die Restaurierung ist das kleine Bauwerk 2008 mit seinem holzschindelgedeckten Dachreitertürmchen wieder zu einem Schmuckstück geworden.

(Text von Dr. Sixtus Lampl, Oberkonservator i.R. des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege)

Kurzinfo

Patrozinium: Mariä Namen am 12. September